So bringt ihr Ordnung in eure WG

Das Zusammenleben in einer WG macht Spaß und hat viele Vorteile: Man teilt sich die Miete und Nebenkosten, man hat immer jemanden zum Quatschen oder Feiern, teilt Freude und Leid und vielleicht auch einige Haushaltseinkäufe und Netflix. Allerdings kann das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft auch eine Herausforderung sein, wenn es darum geht, sich unliebsame Dinge zu teilen, wie beispielsweise bestimmte Aufgaben im Haushalt.

Es ist nicht nur so, dass jeder eine andere Auffassung von einem Mindestmaß an Sauberkeit und Ordnung in den eigenen vier Wänden hat. Eure Schmerzgrenze bezüglich Müll und schmutzigem Geschirr kann viel niedriger oder höher sein als die eurer Mitbewohner. Dementsprechend habt ihr unterschiedliche Vorstellungen davon, bis wann ein Hausputz erledigt oder eine Ladung Altglas weggegbracht werden muss. Oder aber die lieben Mitbewohner haben genau in dem Moment keine Lust, ihre Stapel schmutziger Teller zu spülen und das Waschbecken und den Herd freizugeben, wenn ihr kochen wollt.

Uneinigkeiten über die Aufgabenverteilung im Haushalt bzw. Diskussionen über deren Einhaltung liefern ziemlich großes Konfliktpotenzial in WGs, auch wenn ihr euch ansonsten sehr gut versteht oder schon länger kennt. Eine auf wg-suche.de veröffentlichte Studie, für die 1000 Studenten befragt wurden, zeigt, dass in einer WG vorrangig das Thema Haushalt für Stress sorgt. Demnach sind die befragten Studenten besonders von folgenden Begleiterscheinungen des WG-Lebens genervt:

  • Keine Rücksicht nehmen 78%

  • Dreck allgemein 72%

  • Mitbewohner hält sich nicht an die Regeln 70%

  • Nicht abspülen 65 %

Vielleicht überrascht es euch nicht, dass unter den Gewinnern der nervtötenden Eigenschaften von Mitbewohnern der allgemeine Regelverstoß und die fehlende Rücksichtnahme auftauchen. Diese müssen sich nicht zwingend auf die Erledigung von Aufgaben im Haushalt beziehen. Regelverstöße in der WG, ob es nun um den Haushalt, den Zeitpunkt der Abendruhe oder das Wahren der Privatsphäre der Anderen geht, wiegen schwer. Denn sie machen Absprachen unter Mitbewohnern hinfällig. Außerdem ist es für die Regelbefolger besonders frustrierend, wenn sie zunehmend das Gefühl bekommen, sie seien die Einzigen, die ihren Pflichten in der WG nachgehen.

Sie könnten einen Verstoß schlimmstenfalls als Gleichgültigkeit gegenüber ihren Bedürfnissen und Schmerzgrenzen werten. Und wer hat schon gerne Mitbewohner, denen es schnuppe ist, wenn ihr Handeln oder Nichhandeln eure Nerven überstrapaziert? Deshalb ist die Rücksichtnahme auf Mitbewohner das oberste Gebot für ein harmonisches Zusammenleben. Wenn ihr euch darauf einigen könnt, diesem Prinzip zu folgen, ist das schonmal ein guter Anfang.

Nun solltet ihr Regeln aufstellen, mit denen alle von euch gut leben können. Wenn es um die Aufgaben im Haushalt geht, solltet ihr diese schriftlich festhalten. Denn nur ein Putzplan verhindert, dass ihr den Überblick verliert oder Absprachen vergessen werden.

Vorlagen für Putzpläne und Vorschläge, wie ihr Aufgaben untereinander aufteilt, findet ihr hier:

http://www.wg-gesucht.de/putzplan.html

und

https://www.wg-suche.de/magazin/wg-putzplan-schafft-ordnung-in-wohngemeinschaft/

Zwar sind Putzpläne in vielen WGs unbeliebt, aber sie verhindern, dass einige von euch das Gefühl haben, alles alleine zu machen. In diesem Sinne können sie die Rettung eures Haussegens bedeuten.

Informationen

  • Text: Carla Steinberger
  • Foto: Carla Steinberger
  • Datum: 09. September 2017
  • Kategorie: Soziales Ratgeber