Bester Freund auf vier Pfoten

Sie sind meist klein, manchmal auch groß, aber in den meisten Fällen einfach nur niedlich. Bei dem Gedanken an ein Haustier schlagen die Herzen vieler Menschen höher. Ob unsere klassischen Wegbegleiter wie Hund, Katze und Co. oder etwas Exotisches, wie eine Schlange oder ein Leguan. Mittlerweile halten die Deutschen schätzungsweise rund 30 Millionen vier- (oder manchmal auch mehr oder weniger) beinige Begleiter. Doch ein Haustier zu halten bereitet einem nicht nur ausgesprochen viel Freude, sondern es bringt auch Arbeit, Kosten und Verpflichtungen mit sich. Daher sollten einige Dinge im Vorfeld immer unbedingt gut überlegt werden:

  1. Zeit, Aufwand, Verpflichtung:

Man sollte sich zu aller Erst bewusst machen, dass das Tier nicht nur zum kuscheln oder spielen da ist, sondern auch unsere Pflege braucht. Gerade Kinder unterschätzen diese Verantwortung oft. Um sich die mit dem Tier verbundene Arbeit und Verantwortung bewusst zu machen und den Umgang mit der jeweiligen Tierart auszutesten, kann man entweder Tiere für einen begrenzten Zeitraum zur Pflege zu sich nehmen oder beim Tierheim mal vorbeischauen. Viele Hunde zum Beispiel freuen sich über einen regelmäßigen Pflegebesuch mit einer ausgiebigen Gassi-Runde und man kann als zukünftiger Tierbesitzer ein Gespür für die tägliche Verpflichtung bekommen. Auch wenn man mit anderen Tieren nicht unbedingt Gassi gehen muss, fallen hier natürlich die Reinigung des Käfigs an, sowie die Erziehung oder ausreichende Beschäftigung des Tieres. Gerade in den ersten Tagen und Wochen ist die Euphorie meist groß und das neue Familienmitglied wird sich bestimmt nicht vor Aufmerksamkeit retten können, aber auch in den Monaten und Jahren danach braucht es unsere Versorgung. Man sollte sich also im Vorfeld genau überlegen und informieren, wie viel Zeit braucht unser neuer Freund und vor allem habe ich diese Zeit? Hierbei zu beachten ist aber nicht nur die Frage wie oft und wie lange ich zuhause bin, sondern auch, wer mal einspringen könnte wenn ich mal nicht zuhause bin. Was passiert wenn ich mal verreisen will oder muss? Wir wollen schließlich nicht, dass unser neuer Gefährte alleine bleibt, geschweige denn wieder im Tierheim landet.

  1. Kosten:

Auch ein ganz wichtiger und häufig unterschätzter Aspekt sind die Kosten. Dazu zählen nicht nur die Kosten der Erstausstattung wie Näpfe, Stall, Leine o.Ä. sondern natürlich auch die laufenden Kosten wie Tierarzt- & Futterkosten, sowie bspw. bei Hunden eine Hundesteuer oder Versicherung. Die Kosten des jeweiligen Tieres können natürlich stark variieren und hängen von der Tierart bzw. Rasse ab. Es dürfte klar sein, dass ein kleiner Hund, weitaus weniger an Futter bedarf als einer in dreifacher Größe. Dennoch lassen sich ungeplante Kosten oft nicht vermeiden. Auch Tiere können an Verletzungen oder Krankheiten erleiden und brauchen dann tunlichst die Unterstützung vom Tierarzt und das kann sehr schnell teuer werden.

  1. Individualität des Tieres:

Auch diesen Punkt mögen viele Menschen unterschätzen. Jedes Tier ist anders und trägt seinen eigenen Charakter. Damit meine ich nicht, dass Fische ins Aquarium und Kaninchen in den Garten gehören. Sondern damit meine ich, dass sich viele Menschen oft davon verleiten lassen welches Tier denn besonders süß ist, wie eine Katze in etwa oder besonders cool wie möglicherweise eine Schlange, dabei aber vergessen, sich vorher genau mit der Spezies auseinander zu setzen. Jedes Tier braucht eine andere Menge an Zeit, Aufmerksamkeit und Pflege (siehe Punkt 1.), und manche Tierarten sind sogar sehr anspruchsvoll in der Haltung oder Erziehung. Manche Tierarten brauchen besondere Lebensräume oder spezielles Futter, nicht alles bekommt man problemlos im Tierhandel von nebenan. Außerdem hat jedes Tier natürlich auch seinen ganz eigenen Charakter auf den wir individuell eingehen sollten. Während der Nachbarshund immer gemütlich im Garten faulenzt, kann es dennoch gut sein, dass ein anderer Hund dieser Rasse ein ganz aufgewecktes Kerlchen sein wird, der jede Menge Energie hat.

Vor der Anschaffung eines Haustieres egal welcher Art empfehle ich also, sich diese drei Punkte bewusst zu machen. Man sollte sich also nicht immer nur von der Optik des neuen Bewohners verleiten lassen, sondern auch zusehen, dass unser neuer Freund auch gut zu uns und unserem Alltag passt. Sind diese Punkte alle geklärt, steht der Anschaffung des neuen Mitbewohners eigentlich nicht mehr viel im Weg. 

Informationen

  • Text: Kinga Engelken
  • Foto: Kinga Engelken
  • Datum: 12. September 2017
  • Kategorie: Soziales Ratgeber