Morpheus' Reich

Wer schläft den schon nicht gerne? Leider kommt der Schlaf in unserer vielbeschäftigten Gesellschaft ein bisschen zu kurz. Wie viel Schlaf gut für einen ist, ist altersabhängig. Braucht ein dreimonatiges Baby noch über 15 Stunden Schlaf, liegt die optimale Schlafdauer bei den 26 bis 64-Jährigen bei acht Stunden. Je älter man wird, desto weniger Schlaf hat man nötig. Insgesamt „verschläft“ der Mensch durchschnittlich knappe 25 Jahre seines Lebens. Interessant wird Schlafen, wenn man träumt, offenbart der Traum doch Dinge, die das Unterbewusstsein beschäftigen. Ebenfalls soll während der Traumphase neu am Tag Erlerntes mit alten Erinnerungen verknüpft werden und so im Hirn abgespeichert werden. Aber jetzt erst Mal alles auf Anfang.

Ein Wörterbuch hat für das Wort „Traum“ folgende Definition:

--- Eine Folge von Bildern und Vorstellungen, die im Schlaf auftreten und an die man sich am Morgen manchmal noch erinnern kann. ---

Ob man sich daran erinnern kann, was man geträumt hat, ist davon abhängig wie groß der zeitliche Abstand zwischen Träumen und Aufwachen ist. Wenn man also mitten im Traum aufwacht, weiß man noch eher, was gerade abgelaufen ist.

Aber wann genau träumt man denn? Man träumt während der REM-Phase. „REM“ steht für rapid eye movment. Das bedeutet schnelle Augenbewegung. Die REM-Phase haben Wissenschaftler aus Amerika entdeckt und damit festgestellt, dass das Gehirn auch während des Schlafens aktiv ist. Und genau in dieser Phase träumt man. Diese tritt etwa alle anderthalb Stunden ein. Interessant ist, dass der Puls in dieser Phase schneller wird, der Blutdruck steigt, sich die Augen unter den geschlossenen Lidern hin und her bewegen und man schneller atmet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich während dieser Phase die Psyche erholt. Während der restlichen Zeit, die einfallsreich „Non-REM-Phase“ genannt wird, erholt sich dann der Körper.

Doch warum träumt man überhaupt? Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Es gibt nämlich viele verschiedene Theorien, die Traumdeutung betreffend. Nicht nur im Einzelnen, was ein bestimmter Traum zu bedeuten hat, sondern überhaupt die Frage was das Träumen an für sich für eine Bedeutung hat. Sicher ist, dass während des Träumens das limbische System im Gehirn sehr aktiv ist. Dieser Bereich ist mitverantwortlich für Emotionen und Triebe. Während wir träumen, ist der Frontallappen aber so gut wie inaktiv. Der steuert unsere Bewegungen und managt die kognitiven Prozesse. Das heißt: Dank ihm können wir planen und vorausschauend denken. Und dieser Bereich ist während des Träumens eher inaktiv. Das bedeutet: viel limbisches System, wenig Frontallappen. Das wiederum führt dazu, dass die logische Verknüpfung unserer Emotionen nicht wirklich gegeben ist. Aber wir sind ohne Frontallappen auch nicht dazu in der Lage das zu begreifen, dass etwas nicht stimmt oder unlogisch ist. Deswegen träumt man sehr merkwürdige Sachen und durchschaut im Traum nicht, dass etwas nicht stimmt oder sogar gar nicht möglich sein kann.

Informationen

  • Text: Josephine Petzold
  • Foto: Josephine Petzold
  • Datum: 17. Oktober 2017
  • Kategorie: Soziales