Lesen soll unsere Lebenszeit verlängern

Letztes Jahr hat unsere Kollegin Idilsu Yaman über den Zauber von Bücher geschrieben und dargelegt, warum sie Filmen in nichts nachstehen (Link: www.studio1online.de/nachricht/2017/02/20/die-welt-der-geschrieben-geschichten/ ). Beim Lesen kreieren wir unser ganz eigenes Kopfkino voller einizgartiger Details und tauchen in eine andere Welt ab. Wenn die Geschichte uns packt und wir uns selbst in unseren neuen Lieblingscharakteren wiederfinden, können wir nicht mehr aufhören zu schmökern.

Lesen gehört zu einer von vielen Freizeitbeschäftigungen, mit deren Hilfe wir uns im Alleingang aus dem Alltag "ausklinken" können (z. B. PC-Spiele, Serien etc.). Allerdings bietet das Lesen einen unerwarteten Vorteil.

Forscher der Yale Universität haben nach 12 Jahren die Ergebnisse ihrer Studie1 über mögliche Auswirkungen des Lesens auf unsere Lebensdauer veröffentlicht. 2005 wurden mehr als 3500 Probanden im Alter von 50 Jahren oder älter in die Kategorien

  • Nichtleser,

  • Leute, die 3,5 Stunden pro Woche lesen und

  • Viel-Leser eingeteilt.

Nach Ablauf der Studie stand fest, dass Bücherwürmer durchschnittlich bis zu zwei Jahre länger leben als Nicht-Leser. Die Eindeutigkeit der Ergebnisse überraschte die Forscher so sehr, dass sie Korrekturläufe durchführten mit besonderer Rücksicht auf Faktoren, die die Lebenserwartungen der Studienteilnehmer möglicherweise beeinflussen konnten. Trotzdem blieb das Ergebnis dasselbe.

Aus welchem Grund wirkt sich das Lesen positiv auf unsere Lebensdauer aus?

Fest steht, dass das Lesen Stress verringern kann und je weniger Stress, desto besser für unser allgemeines Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Unsere Vorstellungskraft wird angekurbelt, gleichzeitig können wir entspannen.

Wer Spaß am Lesen hat, ist klar im Vorteil: die geliebte Freizeitbeschäftigung trainiert unsere kognitiven Fähigkeiten und Gehirnzellen und sorgt nebenher für unsere wohlverdiente Regeneration nach Schule, Uni oder Job.

Apropos Erholung:

Manchmal kostet ein spannendes Buch uns wertvolle Stunden Schlaf. Aber grundsätzlich tun wir besser daran, vor dem Schlafengehen noch ein paar Seiten zu lesen anstatt noch eine Folge unserer Lieblingsserie zu schauen. Beides aktiviert zwar unsere grauen Zellen und hält uns wider Willen wach. Das von Bildschirmen ausgehende Licht, genauer die davon ausgehenden blauen Wellenlängen, reizen das Gehirn jedoch besonders und sorgen dafür, dass wir nicht einschlafen. Und ein erholsamer Schlaf ist ebensowichtig für eine produktive Wachzeit wie für ein gesundes und langes Leben.

Ich möchte das Fernschauen und Streamen auf keinen Fall schlecht reden, ich schaue selber total gerne Serien und Filme, auch um zu entspannen. Ich kriege nur hin und wieder ein schlechtes Gewissen, da ich weiß, dass mir der flimmernde Bildschirm den Schlaf verdirbt oder ich gerne größere Aufgaben vor mir herschiebe, weil ich fernsehe. Ich hatte noch nie ein schlechtes Gewissen, wenn ich für ein Buch etwas aufgeschoben habe.

Deshalb nehme ich mir für 2018 vor, nicht zwingend weniger fernzusehen, aber abends mehr zu lesen.

Falls ihr Buch-Tipps habt, schreibt uns, ich würde mich freuen!

1Link zu den Ergebnissen der Studie: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0277953616303689; aufgerufen am 04.01.2018

Informationen

  • Text: Carla Steinberger
  • Foto: Carla Steinberger
  • Datum: 15. Januar 2018
  • Kategorie: Soziales Bildung Kultur