"Wo die Liebe hinfällt"

Diese Phrase kennt wohl so ziemlich jeder. Aber sie scheint halt auch so zutreffend zu sein. Wen man liebt kann man sich nicht wirklich aussuchen. Ob Liebe auf den ersten Blick oder Gefühle, die sich mit der Zeit entwickeln, wehren kann man sich wohl in den seltensten Fällen. Einfach ist das Thema Liebe nicht.

Hier soll es aber auch nicht um die „ganz normale“ Liebe gehen. Sehen wir uns doch einmal Liebesgewohnheiten und Liebesbeziehungen an, die für uns eher ungewöhnlich erscheinen.

Man muss dazu noch etwas erwähnen und zwar: was ungewöhnlich ist und was man normal findet, ist nämlich sehr von der Kultur abhängig. Und nicht nur die Kultur, auch unsere Moralvorstellungen prägen unsere Wahrnehmung von Normalität. Wir sind durch die Umgebung, in der wir aufwachsen, sehr geprägt worden. Da spielen viele Faktoren eine Rolle, nicht zuletzt die bei uns vorherrschende Religion. Das Christentum hat unsere Konventionen stark geprägt.

Doch andere Länder andere Sitten. In vielen anderen Kulturen zum Beispiel ist normal, dass, wenn ein Mann stirbt, der Bruder von dem Mann dann die Frau des Verstorbenen heiratet, um sie abzusichern. Für unsereins merkwürdig, aber in anderen Ländern Gang und Gäbe. Auch Polygamie ist anderen Ländern nicht ungewöhnlich. Polygamie heißt Vielehigkeit, also mehrere Partner, die die Ehe eingehen. Es gibt dabei Polygynie, das ist, wenn ein Mann mehrere Frauen hat. Polyandrie, was bedeutet, dass eine Frau mehrere Männer hat, und Polygynandrie, da sind dann mehrere Männer und Frauen dran beteiligt.

Wo genau es so etwas gibt? Im Süden Afrikas ist die Vielehe verbreitet. Und beim Volk der Kham in China kommt es häufiger vor, dass sich Brüder eine Frau teilen. Im Islam ist die Ehe mit mehreren Frauen erlaubt, aber auch nicht unbegrenzt viele, sondern nur vier. Bei uns in Deutschland wird allein schon Bigamie, also das Heiraten einer zweiten Frau, strafrechtlich verfolgt und kann mit einem saftigen Bußgeld oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren enden.

Wir halten fest: andere Kulturen, andere Traditionen, heißt andere Dinge, die normal sind. Aber es gibt durchaus auch so ungewöhnliche Paare, die den Großteil der Weltbevölkerung ungeachtet ihrer Herkunft schockieren. Beispielsweise können seit dem letzten Jahr japanische Junggesellen mit einer VR-Brille (Virtual Reality) eine Manga-Comicfigur virtuell heiraten. Die Herren dürfen sich eine hübsche Braut aus ihrer liebsten Animeserie aussuchen und ehelichen. Und das sogar ganz stilgetreu in einer Kapelle mit Priester und Kuss am Ende, bei dem den Männern einfach ein Marshmallow an den Mund gehalten wird. Rechtskräftig ist die Ehe natürlich nicht.

Aber es geht noch ungewöhnlicher. Es gibt eine Schwedin, die nach eigenen Angaben 1979 die Berliner Mauer geheiratet haben soll. Der Name der Frau lautet Eija-Riitta Wallis Winther Arja Nikki Lee Eklöf. Sie selbst nennt sich jedoch ganz einfach Eija-Riitta Eklöf-Berliner-Mauer. Tragischerweise sieht sie sich seit dem Mauerfall als Witwe an.

Auch die Ehe zwischen Mensch und Tier ist kein Ding der Unmöglichkeit. Eine Frau namens Bimbala Das hat 2006 nach Hindu-Ritualen eine Schlange geheiratet. Und „Bis, dass der Tod euch scheidet“ ist in Frankreich ad absurdum geführt worden. Es gibt ein französisches Gesetz nach dem Ehen postum möglich sind. Das bedeutet, dass man eine Person heiraten darf, die bereits verstorben ist. Dies klappt allerdings nur, wenn alle Formalitäten erledigt wurden, bevor der Partner verstorben ist. Jedes Jahr werden so 10 Ehen in Frankreich geschlossen.

Es gibt auch eine Frau in England, die eine Beziehung mit einer Stereoanlage hat., aber das ist eine andere Geschichte...

Informationen

  • Text: Josephine Petzold
  • Datum: 09. Februar 2018
  • Kategorie: Soziales Ratgeber